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Wegekreuze

Die "Sieben Schmerzenskreuze"
auf der Gemarkung Lüxem

Nachdem im Laufe der Kriegs- und Nachkriegsjahre eines der beiden Wegekreuze auf dem Afferberg mehr und mehr der Erosion zum Opfer fiel und entfernt wurde, das Wegekreuz am Dreieck Bombogener Straße / Bundesstraße 49 aufgrund vieler Beschädigungen und dem verkehrssicheren Bau der B 49 weichen musste, beschloss der Ortbeirat unter der Leitung von Ortsvorsteher Peter van der Heyde, diese Kreuze durch neue zu ersetzen. Bürgermeister Ralf Bußmer und der Stadtrat unterstützten dieses Vorhaben und so wurden vom Steinmetzmeister und Künstler Sebastian Langner wunderschöne neue Kreuze aus Kylltaler Sandstein geschaffen. Das erste wurde am Gehweg "Zum Altenberg" 2008 errichtet und am 18.5.2009 anlässlich einer Bittprozession von Dechant Rudolf Halffmann eingesegnet. Das zweite wurde 2009 an der Ecke Bombogener Straße / Bundesstraße 49 errichtet und am 10.05.2010 anlässlich einer Bittprozession eingesegnet.

Nachstehend die sieben Schmerzenskreuze im Bild:


Wegekreuze auf einer größeren Karte anzeigen


Legende (Beschreibung der einzelnen Kreuze):
Wegekreuz Aufgang zur Kirche mehr...
Wegekreuz Wilhelm-Busch-Straße mehr...
Wegekreuz Auf dem Afferberg (Rollkopf) mehr...
Wegekreuz Philippsburg – Nähe Krankenhaus mehr...
Wegekreuz Ecke Bombogener Str. / B 49 mehr...
Wegekreuz Gartenhang Joachim Schiffer (Bombogener Str.) mehr...
Wegekreuz Grünewaldstr. 2 (alte Post – Stolz) mehr...




Der letzte Bittgang zu den sieben Schmerzenskreuzen
von Hermann Hayer-Faas

Dem Blick der Besucher in der alten Lüxemer Kirche aus dem 15. Jahrhundert kann die aus blauem Schiefer gemauerte Innenwand nicht entgehen. In ihr eingelassen sind sieben Grabstein-Kreuze aus rotem Sandstein. Sie symbolisieren und erinnern an Feld- oder Wegekreuze, die vor mehr als 400 Jahren von unseren Vorfahren zur Andacht, zum Dank, zur Sühne oder als Bittkreuze errichtet wurden. Aus der Zeit zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert ist uns eine größere Anzahl dieser Mahn- und Gebetsstätten erhalten geblieben. Die meisten Wegekreuze wurden in oder nach kriegerischen Auseinandersetzungen, vor allem in der Zeit der Pestepidemie, aufgestellt. Daher bezeichnete man sie im Volksmund viele Jahre als Pestkreuze und, als die Erinnerung an diese zeit schwächer wurde, fortan als Schmerzenskreuze. Der Altkreis Wittlich wies innerhalb seiner Grenzen über 550 Wegekreuze und Bildstöcke1 auf. Die Standortdichte konzentrierte sich vor allem auf die Eifel, aber auf der Gemarkung von Lüxem standen sieben Wegekreuze aus Sandstein mit biblischen Darstellungen. Sie dienten zu Bittgängen bei Krankheiten, drohendem Unheil, allgemeiner Not und nicht zuletzt für einen mit dem Tode ringenden schwerkranken Mitmenschen der Gemeinde. In den meist kleinbäuerlichen Betrieben waren die Familienangehörigen nicht durch eine Krankenversicherung finanziell abgesichert. Mangelnde Hygiene führte immer wieder zu aufflammenden Infektionen. Die Statistik war gekennzeichnet von einer sehr hohen Sterberate bei Neugeborenen und älteren Menschen. Die medizinischen Erkenntnisse und die Versorgung der Kranken hatten damals nicht annähernd die heutigen Standards. Ärztliche Behandlungskosten oder ein längerer Krankenhausaufenthalt konnten nur durch den Verkauf von Vieh abgedeckt werden, was gleichzeitig fürdie betroffenen Familien den Verlust ihrer Existenz bedeutet hätte. Wenn menschlicher Beistand versagte, suchten die Gläubigen Heil und Rettung im Gebet. Heute noch lebende Einwohner erinnern sich an den letzten Bittgang um Allerheiligen im Jahre 1938, als Magdalena Lenz auf ihrem Krankenbet mit fürchterlichen Schmerzen nieder lag, äußerlich gezeichnet von einer unheilbaren Krankheit. Bei den Gängen zu den Wegekreuzen hörte man allgemein das Rosenkranzgebet mit der eingefügten Bitte: "Alle heiligen Nothelfer bittet für den Kranken!" An diesem letzten Bittgang aber gedachten die voller Mitleid gerührten Pilger der schwerkranken Bäuerin mit dem Gebetstext: "Erlöse sie o Herr!" Die kleine Prozession von Angehörigen, Nachbarn und Schulkindern begann am ersten Kreuz am Aufgang zur Kirche, das wegen verschiedener Baumaßnahgmen zweimal seinen Standort wechseln musste. Es ist ein hohes Schafftkreuz mit der Darstellung der Pieta. Das Aufsatzkreuz mit Korpus wurde erneuert. Am Fußweg, in der Senke zum Afferberg, stand im "Großen Graben" heute Wilhelm-Busch-Straße, im Schatten zweier Fichten das zweite Feldkreuz aus Naturstandstein mit der Inschrift:
O MARIA HILF DEN BELADENEN ZUR
RUH DEN FROMMEN ZUR ERINNERUNG
AUFGERICHTET ZUR EHRE GOTTES
IM JAHRE 1875
Nach 200 Metern erreichte die Pilgergruppe die Höhe des Afferberges mit seinem herrlichen Blick auf die Stadt Wittlich und ihr Umland. An dem verlängerten Fußweg, der zur Stadtmitte führt, standen ursprünglich zwei Wegekreuze. Das erste Kreuz war vermutlich durch Kriegseinwirkung, Witterungseinflüsse der Jahrhunderte und damit letztendlich der Erosion zum Opfer gefallen. Sehr eindrucksvoll erstrahlt heute das dritte Kreuz nach seiner Restaurierung Anfang der 1960er-Jahre. Dieses Schaftkreuz, in der typischen Form des frühen 18. Jahrhunderts, wurde unter Verwendung des originalen Schaftes rekonstruiert. Kapitell und Kruzifix sind Abgüsse. Die 1741 datierte Inschrift weist als Stifter aus:
JOHAN PETER BERNARDI UNDT SEINE
HAUS FRAU JOHANA BARBARA BERNARDI
Kunstvoll gemeißelt ist im Kapitell die Darstellung der Pieta mit Maria Magdalena und Joseph von Arimathäa. Anonyme Spaziergänger schmücken im Laufe des Jahres das Kreuz entsprechend der wechselnden Vegetation. Nach dem Verlust des vorgenannten Kreuzes, das viele Jahre nur mit Frakturen den Weg säumte und im Jahre 1961 "entsorgt" wurde, hat man das ehemalige Wegekreuz in der Friedrichstraße auf der Gemarkung Wittlich - ein Schaftkreuz mit Kruzifix - in die Reihe der "Sieben Schmerzenskreuze" einbezogen. Man erinert sich heute noch an die fromme Geste von Katharina Schäfer aus Lüxem, die jahrzehntelang täglich am frühen Morgen mit dem Fahrrad die Werktagsmesse in Wittlich besuchte und das Wegekreuz mit Wiesenblumen schmückte. Es musste leider den Ausbaumaßnahmen auf dem Rollkopf weichen. Ein Quadratmeter Bodenfläche hätte gereicht, dem Wegekreuz an einer anderen zentralen Stelle einen neuen, würdigen Standort zu geben! Der weitere Weg der kleinen Bittprozession führte zum fünften Gebetskreuz "Auf dem Stockbüsch". Es stand im Dreieck der Bombogener Straße und der Bundesstraße 49. Aus rotem Sandstein gefertigt, jedoch weiß gestrichen, 1,80 m hoch mit einem 1,10 m hohen Unterteil, war das Kreuz weithin für alle sichtbar. Der hohe Schaftfuß hatte eine dachartige Verzierung, wie sie in der zeit um 1700 üblich war. Das Abschlusskreuz mit metallenem Korpus befand sich in einem befriedigenden Zustand. Wiederholt ist das Feldkreuz, weil es durch Vandalismus beschädigt wurde, restauriert worden und musste schließlich im Zuge der Bodenreform und einer verkehrssicheren Planung der B 49 entfernt werden. Vor 135 Jahren wohnte eine Familie Görgen am unteren Berghang des "Traudenbergs" in der Bombogener Straße. Die mündliche Überlieferung besagt, dass eine Familientragödie der Anlass war, nur wenige Meter unterhalb ihrer schlichten Kate ein Kreuz in Grabsteinform mit der Inschrift:
ZUM GEDENKEN FAMILIEN GÖRGEN 1871
zu errichten. Das Wegekreuz, mal in einer Dornenhecke, mal in einem Holunderbusch stehend, wurde bis heute von den Anwohnern auf dem kleinen Hügel gepflegt und gehört seitdem in die Reihe der "Sieben Schmerzenskreuze". Schließlich erreichte die kleine Prozession das siebte Kreuz aus der Mitte des 18.Jahrhunderts, das viele Jahre seinen Platz an der innerörtlichen Sterenbachbrücke hatte. Pfarrvikar Erich Andries votierte 1950 für einen neuen Standort an der alten Volksschule in der Ortsmitte, die auch aus verkehrstechnischen Gründen 1960 abgerissen wurde. Nach einer stilvollen, künstlerischen Restaurierung erhielt der kleine Bildstock dann einen würdigen Platz an der Giebelwand des Hauses Nr. 2 in der Grünewaldstraße. Das Kreuz mit Korpus ist auf einem neuen Unterbau aus rotem Sandstein aufgestellt. Im leicht verwitterten Kapitell ist die Darstellung der Pieta mit Maria Magdalene und Joseph von Arimathäa (vergl. Bernardi-Kreuz) zu sehen. Die Inschrift erinnert uns an das Ende eines jeden Menschen: Muttergottes bitte für uns in der Stunde des Todes, Amen Neben dem Kreuz ist an der Wand eine Vorrichtung für ein Grablicht angebracht, das beim Tode eines Mitmenschen angezündet wird. Ein üppiger Blumenschmuck ziert stets den schönen Bildstock. Er ist eine Bereicherung des Ortsbildes und für den Passanten ein denkwürdiger Blickfang. Von dieser letzten Betstation ging die kleine Prozession zum Abschlussgebet in die nahe liegende kleine Dorfkirche. Magdalena Lenz verstarb am 18. November 1938 im Alter von 58 Jahren. Nachweislich wurden im Jahre 1936 als auch nach dem zweiten Weltkrieg und auf Antrag des damaligen Ortsvorstehers Helmut Konrad und seines Ortbeirates Lüxem im Jahre 1993 Instandsetzungen und Restaurierungen der Feld- und Wegekreuze durchgeführt. Leider hat der fromme Brauch des Bittgesangs, der seit dem Dreißigjährigen Krieg in unserer Heimat bekannt ist, in den letzten Jahrzehnten einen Niedergang erfahren, der sicherlich auf einen Sinneswandel der Menschen zurückzuführen ist. Viele Kreuze sind im Laufe der Zeit zerfallen oder beschädigt worden, und leicht hätte manches Wegekreuz gerettet werden können, wenn jemand sich rechtzeitig um eine Restaurierung und Wiederaufrichtung bemüht hätte. Manche schöne oder traurige Sgen waren mit den Ortskreuzen eng verbunden und oft künden noch die Inschriften von den Namen der ehemaligen Dorffamilien. Die Wegekreuze zeigen uns, wie eng sich die Menschen mit Gott verbunden fühlten und wie stark ihr Glaube war, auch dann noch, wenn Hungersnot, hervorgerufen durch wiederholte Missernten in den Jahrhunderten, oder Krankheit ihr Dasein bedrohten. Die zahlreichen Kreuze in unserer Heimat legen auch ein Zeugnis ab von dem Kunstschaffen der Eifeler Steinmetze. Für uns, die Lebenden, mahnen sie an unsere Pflicht: die Erhaltung dieser Kulturwerte.
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